03.04.2020 #Neuigkeiten

Wir kämpfen - für Sie!

Die Corona Krise ist nach wie vor jeden Tag Thema, egal ob privat oder in sämtlichen Medien. Manche Menschen mag das vielleicht nerven, doch für die meisten von uns ist diese Zeit gerade die einschneidendste die wir bisher erlebt haben.

 

Als die erste Generation, die nicht mehr von den Folgen des Krieges betroffen ist, ist diese Pandemie das Gravierendste, was unser Leben bislang betroffen hat. Noch nie wurde unser Leben mit einem Schlag so fremdbestimmt und selten sorgten wir uns alle gleichzeitig so stark vor Infektionen und finanziellen Nöten. 

 

Natürlich liegt es in unser aller Verantwortung, die Ausbreitung dieses Virus zu verlangsamen. Nur so kann es unser Gesundheitssystem, und das aller anderen Länder schaffen, die Welle der Infizierten zu versorgen. 

 

Nur wenn sich COVID-19 langsamer verbreitet, hat die Wissenschaft Zeit, so bald wie möglich einen geeigneten Impfstoff zu finden. 

 

Nur so können wir weitere vermeidbare Todesfälle verhindern.

 

Doch der gesundheitliche Aspekt ist dabei nicht der einzige. Auch und besonders die wirtschaftlichen Auswirkungen sind besorgniserregend. Viele Unternehmen, kleine wie große, sorgen sich um ihre Zukunft und die ihrer Mitarbeiter. Kurzarbeit und Entlassungen sind aktuell die ersten Konsequenzen. Doch wie viele Schließungen und Insolvenzen werden noch folgen?

 

Während gefühlt die ganze Welt still steht, sollen (und wollen) wir weiter machen! Neben niedergelassenen Ärzten und Krankenhaus Personal sind auch wir angehalten, unserer Versorgungspflicht als Gesundheitseinrichtung nachzukommen. Natürlich liegt dies auch in unserem Sinne, denn wir wissen wie notwendig die ambulante Physiotherapie für den Großteil unserer Patienten ist.

 

Doch trotz dieser Relevanz macht sich die Krise und die Unsicherheit auch bei uns bemerkbar. Die Pläne weisen ungewöhnlich viele und große Lücken auf, wo bisher stattdessen eine lange Warteliste bestand. Falsche Informationen und Schlussfolgerungen, ob wir überhaupt noch geöffnet haben, machen bei Patienten und selbst bei Ärzten die Runde. Viele sagen ihre Termine ab, obwohl die Gefahr der Ansteckung bei uns sicherlich geringer ist, als im Supermarkt an der Kasse.

 

Bislang versuchen wir mit allen Mitteln dagegen zu arbeiten. Wir habend die Hygienemaßnahmen deutlich erhöht. So wird nicht nur öfter als vorher desinfiziert, sondern wir arbeiten zusätzlich mit Mundschutzmasken und teilweise auch Handschuhen. Wir bieten Online Kurse an und erstellen eigens dafür wöchentlich neue, hochwertige Videos. Jeder Kursleiter speziell für seinen Kurs. Darüberhinaus haben wir Telemedizin via Video Call eingeführt und sind damit Vorreiter in unserer Branche. Alles Möglichkeiten, um einen Teil unserer Patienten auch während dieser Zeit weiter betreuen zu können. 

 

Aber so sehr wir auch versuchen die entstanden Einbußen auszugleichen, wird diese Zeit auch an uns nicht spurlos vorbei gehen. Eine erste Konsequenz bedeutet deshalb Kurzarbeit. Das ist für die Chefs (für die es übrigens eine solche Option gar nicht erst gibt) wie auch für die Angestellten eine harte Zeit. Natürlich sind wir damit nicht alleine, doch besonders in der medizinischen Branche ist es wieder mal ärgerlich zu sehen, wie unterschiedlich der finanzielle Verlust gehandhabt wird.

 

Während bereits jetzt Ärzten und Psychotherapeuten eine finanzielle Unterstützung für den entstandenen Schaden zugesichert wird, gibt es für Physiotherapeuten bislang noch nichts konkretes. Einzig der Hinweis, “Weitere Maßnahmen für weitere Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung müssen und werden folgen.” kommt von Seiten der Bundesregierung und Gesundheitsminister Herr Spahn in unsere Richtung.

 

Einmalige Zahlungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein, und der leichtere Zugang zu Krediten bloß ein Sterben auf Raten. Das ist leider ähnlich wie das allabendliche Klatschen für das Pflegepersonal: eine nett gemeinte Geste ohne echte Wirkung.

 

Seit Jahren kämpfen wir stetig um Dinge wie Anerkennung, angemessene Bezahlung und bessere Arbeitsumstände. Unser Beruf ist wichtig, und wir machen ihn von Herzen gerne! Denn die Patienten werden immer schneller durch die Maschinerie Medizin durchgeschleust. Auf dem Weg von Beginn Beschwerden zur Diagnose über Tabletten oder Operation bleibt kaum Zeit, um Fragen zu stellen geschweige denn Antworten zu bekommen. Darum kümmern WIR uns. Neben fachlicher Behandlung gehört Aufklärung zur Prävention und weiterführenden Verhaltensmaßnahmen zur Vermeidung genauso zu unserem Job, wie psychischer Beistand und persönlichem Coach. Doch dazu bleiben uns kaum zwanzig Minuten Zeit, und selbst die werden nur spärlich entlohnt.

 

Physiotherapeut wird niemand, um schnelles Geld zu verdienen, sondern aus Leidenschaft und Berufung. Doch jetzt, wo auch uns diese Krise trifft, in der auch wir jeden Tag das Risiko eingehen uns zu infizieren, bekommen wir nicht einmal die sichere Unterstützung von Seiten des Staates.

 

Es ist notwendig, dass der Gesellschaft und jedem Einzelnen bewusst wird, wie wichtig auch unser Beruf ist.

 

Wir möchten keinem zu nahe treten und wir wissen, dass es viele andere Unternehmer und Angestellte gibt, denen es ähnlich oder gar schlechter geht. Doch bei dem täglichen Kampf mussten auch wir uns einmal Luft machen.

 

Trotz alledem: Wir sind für Sie da! Wir werden jeden Tag, an dem wir arbeiten können und unsere Praxen geöffnet haben dürfen, mit all unserer Kraft für und mit Ihnen arbeiten. Damit es Ihnen besser geht!

 

Ein herzliches Danke an all unsere treuen Patienten. Mit Ihrer Hilfe schaffen wir es hoffentlich auch durch diese schwere Zeit! 

 

 

 

 

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