26.04.2018 #

Woher kommen Rückenschmerzen?

Volkskrankheit Nummer 1: Rückenschmerz - eine ganzheitliche Betrachtungsweise.

 

Wenn wir Physiotherapeuten das Wort „Rücken“ in den Mund nehmen, haben wir oft zuerst anatomisch unsere Wirbelsäule im Kopf.

Knöchern betrachtet besteht diese aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln, den 5 verwachsenen Wirbelkörpern des Os Sacrums (Kreuzbein) sowie des Os Coccygis (Steißbein).

Die Wirbelsäule umgibt unser empfindliches Rückenmark, welches gut geschützt im Inneren, im so genannten Wirbelkanal liegt.

 

Wenn Patienten das Wort in den Mund nehmen, hat es häufig mit Beschwerden zu tun.

 

Rückenschmerzen treten so häufig auf, da es viele verschiedene Ebenen gibt, auf denen etwas „falsch“ laufen kann, beziehungsweise zu Pathologien führen kann.

 

Beginnen wir mit dem Haltungssyndrom:

 

Haltungsbedingte Beschwerden entstehen, wenn eine Struktur zu lange einer gleichbleibenden, statischen Belastung z.B. Dehnung ausgesetzt ist.

Sitzen wir ständig mit einer zu runden Brustwirbelsäule, werden die Bänder, Sehnen oder Muskeln in diesem Bereich auf Zug gebracht. Der Durchmesser der Blutgefäße wird verringert und das Gewebe wird zu lange unterversorgt. Es entsteht ein so genannter ischämischer Schmerz.

 

Meist halten wir uns aber nicht nur kurzzeitig ungünstig, sondern in der Regel sitzen wir beispielsweise täglich für mehrere Stunden in unökonomischer Stellung. Daraus resultieren Verspannungen der Muskulatur oder Verklebungen unsere Faszien.

 

Eine andere sehr bekannte Pathologie, die meist auf jahrelanger Fehlhaltung/ Fehlbelastung zurückzuführen ist, sind Bandscheibenproblematiken:

 

Die Bandscheibe befindet sich anatomisch zwischen jeden Wirbelkörper und sorgt für eine Art Puffer gegen Stöße (z.b. beim Gehen/Laufen). Ebenso verbessern die aber auch unsere Beweglichkeit durch ihre Verlagerung.

Im Grunde genommen sind unsere Bandscheiben extrem gut belastbar. Allerdings kommt es bei Einigen früher oder später doch zu einem „Vorfall“.

Dies beschreibt eine pathologische Verlagerung der Bandscheibe. Meist ist das Gewebe schon porös, wodurch die Bandscheibe strukturell verletzt wird. Dabei sammelt sich Flüssigkeit, dies kann es zu einer Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzel zur Folge haben.

 

Ebenso können Dysfunktionen und Blockierungen der Facettengelenke Schmerzen im Rücken verursachen.

 

Facettengelenke, auch Zwischenwirbelgelenke, bezeichnen unsere kleinen, paarig angelegten Gelenke, seitlich neben den Wirbelkörpern. Sie verbinden jeweils den oben und unten gelegenen Wirbel miteinander. Sie bilden eine funktionelle Einheit.

Diese können ebenso durch Fehlhaltungen oder auch durch Traumata (Stürze oder andere äußere Gewalteinwirkungen) blockieren und für stechende Schmerzen sowie sofortige Bewegungseinschränkungen unserer Wirbelsäule sorgen..

Häufen sich Blockierungen oder Dysfunktionen, sollte man die Wirbelsäule auf Instabilität testen. Dabei sollte die tiefe Rückenmuskulatur aktiviert und gestärkt werden.

 

Auch unsere Organe können vermeidlich Rückenbeschwerden verursachen. Dann spricht man von viszeral-bedingtem Rückenschmerz:

 

Unser Körper ist in der Lage einen Schmerz an einer Stelle wahrzunehmen, an der keine strukturelle Verletzung vorliegt. Es handelt sich somit um einen übertragenen Schmerz.

Dies passiert, da gewisse Nervenfasern, verschiedene Areale gleichzeitig innervieren/versorgen.

So überlappen sich sich zum Rückenmark laufende Informationen aus Organen mit „körperwahrnehmende“ (z.B. Hautempfindungen) Informationen.

Dadurch kann unser Gehirn aber nicht unterscheiden, aus welchem Areal die eigentliche Problematik kommt und sendet Schmerzinformationen in das eigentlich nicht betroffene Hautareal.

Es gibt bestimmte Areale am Rücken, die für das jeweilige Organ stehen, wir nennen diese „Head´sche Zonen“.

 

Ebenso ein großer Aspekt von Rückenbeschwerden sind die psychischen Faktoren:

 

Diese beeinflussen alle Arten von Beschwerden. Und dies muss nicht mal mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung zu tun haben.

Fühlen wir uns unwohl, verändern wir unsere Körperhaltung. Fühlen wir und selbstsicher und stolz, laufen wir aufgerichteter.

Ist unser Körper gestresst, schütten wir spezielle Hormone aus, die unser Gewebe auf Spannung schalten und auf Dauer zu Verhärtungen der Muskulatur, Verklebungen des Bindegewebes etc. führt. Die wiederum für Schmerzsyndrome verantwortlich sein können.

(lies zu diesem Thema den Blogtext: Wer oder was ist Stress?)

 

Oftmals spielen für ein Beschwerdebild mehrere Faktoren eine Rolle und die oben genannten Beispiele sind noch längst nicht alle Ursachen für Rückenprobleme.

Man sollte sich Zeit nehmen, die Ursachen für seine Problematik zu finden.

 

Wir bei re.ac.me. möchten Euch helfen, diese zu finden, individuell zu beurteilen und zu behandeln.

 

 

 

 

Quelle: Inomt